Für das Drehbuch gab es einen Oscar
"Everything Everywhere All At Once": Was bedeuten die Multiversen?
Aktualisiert:
von lnfIn "Everything Everywhere All At Once" schlüpfen Michelle Yeoh (Mitte), Stephanie Hsu & Co. in die verschiedensten verrückten Rollen.
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Allyson Riggs
"Everything Everywhere All At Once" (EEAAO) hat bei den Oscars 2023 abgesahnt: sieben Auszeichnungen, vier davon in den "Big Five"-Kategorien. Der Film springt ständig zwischen Parallelwelten. Damit du den Überblick behältst, kommt hier eine kurze Einführung in die wichtigsten Universen.
Neugierig geworden?
Darum geht es in "Everything Everywhere All At Once"
Anders als andere Filme, die das Motiv des Multiversums bedienen, steht in "Everything Everywhere All At Once" kein großer Superheld oder Weltraum-Abenteurer im Mittelpunkt, sondern Evelyn Wang (Michelle Yeoh): Eine bescheidene Waschsalonbesitzerin, die mit ihrem Mann Waymond (Ke Huy Quan) und ihrer Tochter Joy (Stephanie Hsu) in die Vereinigten Staaten immigriert ist. Bei ihr stauen sich die Alltagsprobleme: Stress mit der Steuerbehörde, dem Ehemann und dem Familienessen zum chinesischen Neujahrsfest.
Doch dann erfährt sie durch eine Begegnung der besonderen Art von einem viel größeren Problem: In einem von unzähligen Paralleluniversen soll sie als Anführerin die "Verse-Sprung"-Technologie entwickelt habe. Die macht es einem möglich, auf die Fähigkeiten, Erinnerungen und sogar die Körper seiner Parallel-Versionen zuzugreifen. Doch diese Technologie wird bedroht - plötzlich wird Evelyn zu Evelyn Prime und es liegt an ihr, das gesamte Multiversum zu retten.
Kurz gesagt: Der Film entwirft eine dystopische Zukunft, durchzogen von Komik und Absurdität.
"Everything Everywhere All At Once" hat bei den Academy Awards 2023 in sieben Kategorien gewonnen. Bei den Oscars 2025 gab es auch die ein oder andere Überraschung:
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Eigentlich hat Evelyn ganz normale Probleme ...
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Allyson Riggs
Die wichtigsten Multiversen aus "Everything Everywhere All At Once" im Überblick:
Ebene 1: Das "Alphaverse"
Das "Alphaverse" ist der Startpunkt der abgefahrenen Geschichte: In dieser Realität lebt die Alpha Evelyn, die Wissenschaftlerin, die das "Verse-Springen" erfunden hat. Sie probierte die Technologie an ihrer Tochter Joy aus und stellte fest, dass sie so nicht nur andere Realitäten besuchen, sondern auch Talente von anderen Joys "ausleihen" konnte. Doch wie die meisten verrückten Wissenschaftler ging Alpha Evelyn zu weit: Joy hielt die Belastung nicht mehr aus, ständig zwischen den Welten zu wechseln und zahlreiche Realitäten gleichzeitig zu erleben ...
Ebene 2: "Evelyn Prime"
In einer anderen Dimension, in der sich die unwissende Evelyn - Evelyn Prime - mit der Steuerbehörde und Scheidungspapieren herumschlagen muss, ergreift eine andere Entität Besitz von ihrem Mann. Es ist seine Version aus dem Alphaverse und sie erzählt Evelyn Prime von den Paralleluniversen, ihrer eigens entwickelten Technologie und einer Gefahr, die droht. Plötzlich liegt es an Evelyn Prime, sämtliche Universen zu retten.
Ebene 3: "Evelyn Prime 2"
Evelyn Prime scheitert am ersten Versuch, die Universen zu wechseln, und sieht lediglich sich selbst – Evelyn Prime 2 – in einer anderen Realität, in der sie nie von den Paralleluniversen erfährt. Als die Finanzbeamtin Deirdre (Jamie Lee Curtis) sie überprüfen will, bekommt die Waschsalonbesitzerin einen Nervenzusammenbruch und schlägt mit einem Baseball-Schläger alles um sich herum kurz und klein.
Die Evelyn in diesem Universum lebt ihr normales Evelyn-Leben, ohne von den Paralleluniversen zu erfahren.
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Allyson Riggs
Ebene 4: Das "Hot-Dog-Finger"-Universum
Dieses alberne Universum unterscheidet sich nur in zwei Punkten von der Prime-Ebene: Erstens, Deirdre ist keine Prüferin von der Steuerbehörde, sondern Evelyns Lebensgefährtin. Zweitens, alle Menschen haben lächerlich lange Finger, die sehr an Hot-Dog-Würstchen erinnern und quasi unbrauchbar sind, weswegen die Menschen dort gelernt haben, besser mit ihren Füßen umzugehen.
Durch dieses absurde Defizit lernt Evelyn, dass es "immer etwas zu lieben" gibt.
Bild: picture alliance / Everett Collection | Courtesy Everett Collection
Ebene 5: Das "Fels"-Universum
In diesem Universum hat sich nie intelligentes, geschweige denn menschliches Leben entwickelt. Während eines Kampfes wird Evelyn hierhin katapultiert - und zwar als Stein, der sich in Stop-Motion bewegt und in untertitelten Dialogen unterhält.
Ebene 6: Die animierten Universen
Ein Klassiker in sämtlichen interdimensionalen Filmen: alternative Realitäten, in denen die Charaktere gezeichnet und animiert sind. Im ersten Animations-Universum sieht alles aus wie von Kinderhand gezeichnet. Es taucht relativ am Anfang des Films auf, als Evelyn herausfindet, dass ihre Gegner:innen genau wie sie in jedem Universum auftauchen kann.
Das zweite Mal, dass Evelyn sich in einem animierten Universum wiederfindet, ist eher am Ende des Films. Es zeigt eine faszinierende Montage, die Evelyns Verschmelzung mit ihren sämtlichen Versionen darstellt.
Ebene 7: Das "Martial Arts Filmstar"-Universum
Die Evelyn in dieser Realität wurde von einem Kung-Fu-Meister gerettet und ausgebildet. Praktisch für Evelyn Prime, die sich ihre Kampfkünste ausleihen kann. Gleichzeitig ist die Kung-Fu-Evelyn auch Filmstar, wie ihre Darstellerin Michelle Yeoh.
Funfact: Der in "EEAAO "gezeigte Zusammenschnitt ihrer Karriere enthält einige echte Szenen von Michelle Yeoh auf dem roten Teppich bei anderen Premieren.
Eine verrückte Kombination beruhend auf wahren Begebenheiten!
Bild: picture alliance / Everett Collection | Courtesy Everett Collection
Diese Multiversen erwarten dich außerdem
Alle gezeigten Universen zu nennen, würde den Rahmen sprengen. Und es würde den Zauber des Films zerstören, ihn komplett auszuerzählen. Fakt ist: Es gibt unzählige andere, skurrile Realitäten. Zum Beispiel das "Schwebende Evelyn-Gesicht"-Universum oder eines, das nur aus Zoom-Meetings besteht.
Entdeckst du alle Multiversen?
Die Meta-Ebene: Das sagen die Multiversen aus "EEAAO" über die Gesellschaft aus
Die unzähligen Ebenen aus "Everything Everywhere All At Once" repräsentieren in ihrer Komik, Tragik, Banalität und Absurdität nicht nur verschiedene Parallelwelten - ob sie nun existieren oder nicht - sondern auch unsere echte, digitale Realität. Im Internet ist es normal, innerhalb von Sekunden zwischen süßen Katzenvideos, dramatischen Nachrichten aus Kriegsgebieten und ehemaligen Klassenkameraden im Ski-Urlaub zu wechseln - eben "Everything Everywhere All At Once".
Ganz unmerklich entwickeln wir in unseren Digitalgeräten verschiedene Persönlichkeiten: In einer Instagram-Story zeigt man sich anders als im privaten Snap an die beste Freundin, im persönlichen Chat mit der Mama schreibt man etwas anderes als im Tweet auf X.
Genau hier hakt "EEAAO" ein: Die junge Generation ist überfordert. Macht uns diese Reizüberflutung nicht auch ein bisschen wahnsinnig?
Der Film erinnert uns auf eine kreative Art, dass wir uns von der digitalen Welt mit all ihren unbegrenzten Möglichkeiten weder in den Wahnsinn noch in die Gleichgültigkeit treiben lassen dürfen. Und er zeigt auch die Lösung: Unsere Zeit und Aufmerksamkeit auch mal dem "echten" Leben zu widmen.
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